3. Spezialpodium Kieferorthopädie

3. Spezialpodium Kieferorthopädie

Freitag, 13. April 2018

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, 

mit der 3. Auflage des KFO-Podiums ist das Fachgebiet Kieferorthopädie fest in der Fortbildungsagenda der Jahrestagung der südbadischen Zahnärzteschaft verankert. Aufgrund der sehr guten Resonanz auf dieses Spezialpodium wurde es Vorbild für das Spezialpodium Oralchirurgie und – dieses Jahr als Premiere – für das Spezialpodium Zahntechnik. 

Eine Erfolgsgeschichte, die auch durch die Qualität der Themen und Referenten be- gründet ist. Am diesjährigen Spezialpodium Kieferorthopädie sind wiederum alle vier Landesuniversitäten beteiligt, deren Ärztlichen Direktoren bzw. Oberärzte für Kiefer- orthopädie eine erstklassige Fortbildung für alle Kieferorthopäden und kieferorthopädisch tätige Zahnärzte garantieren. 

Das Spektrum der diesjährigen Themen deckt sowohl Kern- wie Randbereiche unseres Fachgebietes ab, vom fachlichen Update moderner Therapieverfahren bis zu nicht alltäglichen klinischen Fragestellungen. Für eine interessante und kurzweilige Fortbildung ist also gesorgt und auch der Besuch der nochmals größeren Dentalausstellung ist sicher lohnenswert. 

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Fortbildungstagung und auf Ihr Kommen, frei nach dem Motto: Die Dentalfamilie trifft sich in Rust. 

Herzliche kollegiale Grüße 


Dr. Martin Haas
Mitglied des Vorstandes

Programm

3. Spezialpodium Kieferorthopädie

Wissenschaftliche Vorträge

Freitag, 13. April 2018

09:00 Uhr

bis 09:15 Uhr

Eröffnung der Fortbildungstagung

09:15 Uhr

bis 10:00 Uhr

Univ.-Prof. Dr. Britta A. Jung, Freiburg Kieferorthopädie in Theorie und Praxis: Heutige (moderne) Therapieverfahren.

Univ.-Prof. Dr. Britta A. Jung
Univ.-Prof. Dr. Britta A. Jung Freiburg
Curriculum Vitae

Wissenszuwachs durch Forschung und technische Neuerungen haben in vielen (zahn)medizinisch-interdisziplinären Teilgebieten das Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten erweitert und beeinflusst. Nachdem 2017 der Vortragschwerpunkt auf neueren Entwicklungen und Trends in der Kieferorthopädie insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Literaturdaten lag, zeigt der Vortrag be- währte und neue Möglichkeiten/Behandlungsspektren heutiger Therapieverfahren für die praktische Umsetzung auf. 

10:00 Uhr

bis 10:45 Uhr

Univ.-Prof. Dr. Christopher J. Lux, Heidelberg Mundhygienekonzepte und Prävention von Demineralisationen bei festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen – Aktuelle Forschung und klinische Umsetzung

Univ.-Prof. Dr. Christopher J. Lux
Univ.-Prof. Dr. Christopher J. Lux Heidelberg
Curriculum Vitae

Die Eingliederung einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur führt zur Zunahme der Retentionsstellen mit Erschwerung der natürlichen und der manuellen Zahnreinigung. Im Vortrag wird auf Strategien zur Prävention von Demineralisationen bei Patienten mit Multibracket-Apparaturen (MB-Apparaturen) eingegangen. Schwerpunkte liegen hierbei auf folgenden Fragen: 

  1. Welche spezifischen Konzepte der mechanischen und chemischen Plaquekontrolle sind während der Multibracketphase sinnvoll und umsetzbar?
  2. Wie sollte die Patienteninstruktion erfolgen? Was ist bei der professionellen Zahn- reinigung während festsitzender KFO-Behandlung zu beachten?
  3. Wie ist die aktuelle Evidenz hinsichtlich der Verwendung von mechanischen Barrie- ren (z.B. Glatt ächenversiegelungen)?
  4. Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden und Hauszahnarzt aussehen?

10:45 Uhr

bis 11:30 Uhr

Pause / Besuch der Dentalausstellung

11:30 Uhr

bis 12:30 Uhr

Festvortrag
Univ.-Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle, Heidelberg Die Zähne von Prominenten im Wandel der Zeit

Univ.-Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle
Univ.-Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle Ärztlicher Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Klinik für Mund-, Zahn- und Kieferkrankheiten des Universitätsklinikums Heidelberg Heidelberg
Curriculum Vitae

Der Stellenwert unserer Zähne hat sich im Lauf der Zeiten verändert. Dies ist auch bei Prominenten feststellbar. In dem Vortrag werden die dentalen und oro-fazialen Charakteristika von berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Literatur und Kunst vorgestellt und im Hinblick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen erörtert.

12:30 Uhr

bis 14:00 Uhr

Mittagspause / Besuch der Dentalausstellung

14:00 Uhr

bis 14:45 Uhr

Prof. Dr. Timm Schott, Tübingen Über farbige Zahnspangen und fluoreszierende Zähne in der Kieferorthopädie

Prof. Dr. Timm Schott
Prof. Dr. Timm Schott Tübingen
Curriculum Vitae

Verlauf und Erfolg einer kieferorthopädischen Therapie mit herausnehmbaren Apparaturen hängen entscheidend von der Compliance der Patienten ab. Der Dentalmarkt bietet seit Jahren ein breites Farbangebot für herausnehmbare kieferorthopädische Geräte an, um die Akzeptanz und Mitarbeit bei der Therapie der Patienten zu steigern. Im Rahmen des Vortrags wird eine aktuelle Studie präsentiert, die erstmals experimentell evaluiert, ob und inwieweit sich eine oder auch mehrere individuell gewählte Farbe(n) einer Zahnspange auf Tragezeit und Trageverhalten des Patienten auswirkt. Weiterhin wird gezeigt, wie sich die Tragezeit und das Trageverhalten von Patienten ändern, die die Farbe ihrer Zahnspange nicht individuell wählen konnten, sondern eine Apparatur in einer Standardfarbe erhielten. 

Als eine der häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen bei der Therapie mit festsitzenden Multi-Bracket-Apparaturen können durch Schmelzdemineralisation sogenannte White-Spot-Läsionen auftreten. Zum Schutz des Zahnschmelzes während der kieferorthopädischen Therapie sind verschiedene Produkte erhältlich, unter anderem sogenannte Bracketumfeldversiegler. Hierbei ist es entscheidend, dass die Schutzschicht während der gesamten Behandlungsdauer intakt bleibt. Eine praktikable Möglichkeit wird aufgezeigt, wie der mit bloßem Auge nur schwer erkennbare Bracketumfeldversiegler auf der Basis von Fluoreszenz zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf Intaktheit überprüft werden kann

14:45 Uhr

bis 15:30 Uhr

Univ.-Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki, Ulm Zahnmedizin und Blasinstrumentenspiel – Wissenschaftliche und klinische Aspekte

Univ.-Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki
Univ.-Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki Ulm
Curriculum Vitae

Die gegenseitige intensive Wechselbeziehung zwischen Blasinstrumentenspiel und Zahnmedizin äußert sich einerseits durch mögliche dentale Veränderungen durch das Musizieren, z.B. in Form von Zahnstellungsänderungen. Umgekehrt können dentale Faktoren das Spielen eines Blasinstruments – d.h. bei Profis die Ausübung ihres Berufs – signifikant beeinträchtigen. 

Die Lagebeziehungen zwischen Instrument bzw. Mundstück, Lippenmuskulatur und Zähnen bzw. Kiefern (sog. „Ansatz“) variiert je nach Instrument sehr stark. Neben den daraus resultierenden unterschiedlichen Krafteinwirkungsvektoren sind insbesondere auch die Belastungshöhe, die Belastungsverteilung im Schneidezahnbereich sowie zeitliche Aspekte der Krafteinwirkung relevant. Die Kenntnis dieser physiologischen bzw. funktionellen Zusammenhänge bildet die Grundlage für eine gute Kommunikation zwischen Blasinstrumentalist und Zahnarzt und ist zudem Voraussetzung für eine adäquate zahnmedizinische Betreuung. 

Zusätzlich zur grundsätzlichen Darstellung der Schnittstelle zwischen Blasinstrumentenspiel und Zahnmedizin bzw. Kieferorthopädie werden im Rahmen dieses Vortrags eigene wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Themenbereich (u.a. zur mechanischen Belastung der einzelnen Schneidezähne sowie zum Zusammenhang zwischen Instrumenthaltung und Gebissmorphologie) vorgestellt, und die Relevanz der Thematik für praktizierende Kieferorthopäden und Zahnärzte durch Patientenbeispiele untermauert. 

15:30 Uhr

bis 16:15 Uhr

Pause / Besuch der Dentalausstellung

16:15 Uhr

bis 17:00 Uhr

Prof. Dr. Bernd Koos, Tübingen Schnarchen im Kindesalter – ein Risiko für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom im Erwachsenenalter?

Prof. Dr. Bernd Koos
Prof. Dr. Bernd Koos Ärztlicher Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Eberhard-Karls-Universität Tübingen Tübingen
Curriculum Vitae

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) zeigt bereits im Kindesalter eine auffällig hohe Prävalenz von etwa 2 bis 4 %. Die milderen Vorstufen, wie das primäre Schnarchen, deren Prävalenzen mit etwa 10 % häufiger sind, können jedoch in eine manifeste OSA übergehen und somit eine Vorstufe der Erkrankung darstellen. Im Erwachsenenalter zeigen sich deutlich höhere Prävalenzen von bis zu 17 %. Kraniofaziale juvenile Fehlentwicklungen, wie die maxilläre sowie mandibuläre Retrognathie aber auch der maxilläre transversale Engstand, insbesondere wenn sie die den Posterior Airway Space (PAS) einengen, tragen dazu bei. In vielen Fällen kann daher eine kieferorthopädische Behandlung kausal therapieren, den PAS auf den Ebenen des Nasopharynx und des Oropharynx vergrößern und dadurch die Ausprägung einer OSA positiv beeinflussen. Unterstützt wird die Kieferorthopädie dabei durch die myofunktionelle Therapie. Somit ist die kieferorthopädische Behandlung als kurative Behandlung der OSA bei Kindern zu bewerten und kann präventive Maßnahme bei (noch) nicht symptomatischen Risikopatienten sein. 

Die kausale kieferorthopädische Therapie der skelettalen Disharmonie ist jedoch nur bei noch vorhandenem Wachstumspotenzial möglich. Nach Wachstumsabschluss ist eine Beeiflussung der skelettalen Strukturen des Gesichtsschädels mittels Kieferorthopädie nicht mehr möglich und es verbleiben als symptomatische Therapie die Unterkieferprotrusionsschiene oder als kausale Therapieoption die kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung. 

Grundsätzlich sollte die Diagnostik und Behandlung des Schnarchens und der OSA bei Kindern interdisziplinär unter Leitung des Pädiaters erfolgen, bei Erwachsenen regelmäßig zusammen mit einem qualifizierten Schlafmediziner. Eine Verdachtsdiagnose ist dabei stets schlafmedizinisch zu evaluieren. Bei Bestätigung der OSA ist die interdisziplinäre Einbindung von HNO und Kieferorthopädie sowie gegebenenfalls der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie häfi

Tagungsbroschüre

3. Spezialpodium Kieferorthopädie